18.05.2026
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) setzt sich für eine durchgreifende Tarifreform bei der Einkommensteuer ein. Schluss mit dem "Klein-klein" einer so genannten "Entlastungsprämie", fordert er. Er hat dabei die deutsche Wirtschaft im Blick. Eine grundlegende Reform könnte aus Sicht des BdSt "wertvolle Wachstumsimpulse" setzen.
Mit seiner Forderung ist er auf einer Linie mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
Deutschland brauche keine kurzfristigen Einmalmaßnahmen, so der BdSt, sondern "endlich" eine strukturelle Modernisierung des Einkommensteuertarifs. Arbeit, Leistung und Investitionen müssten wieder stärker belohnt werden.
Der aktuelle Tarifverlauf setze zunehmend falsche Signale, meint der Steuerzahlerbund. Der Spitzensteuersatz greife bereits bei Einkommen, die längst keine Spitzenverdienste mehr darstellen. Betroffen seien heute Facharbeiter, Handwerksmeister, Ingenieure und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen, die über die Einkommensteuer veranlagt werden. Während in den 1960er Jahren ein Vielfaches des Durchschnittseinkommens nötig war, damit der Spitzensteuersatz griff, reiche heute teils das 1,2-Fache eines durchschnittlichen Einkommens aus.
Zugleich wirke die Progression im Einkommensteuertarif zu steil. Schon moderate Gehaltssteigerungen führten zu einer unverhältnismäßig hohen zusätzlichen Steuerbelastung. Gerade kleinere und mittlere Einkommen gerieten dadurch zunehmend unter Druck. Wer mehr arbeitet, Verantwortung übernimmt oder beruflich aufsteigt, dürfe nicht ausgebremst werden, so die Message.
Mit Blick auf den anstehenden Koalitionsausschuss mahnt der BdSt jetzt schnelle Entscheidungen an. Die Diskussion über eine Reform der Einkommensteuer dürfe nicht erneut in Ankündigungen und Prüfaufträgen stecken bleiben. "Bürger und Betriebe brauchen dringend Planungssicherheit und spürbare Entlastungen durch diesen Wachstumsimpuls", so BdSt-Präsident Reiner Holznagel.
Nach dem Vorschlag des Verbands würden Einkommensteuerzahler im Durchschnitt um rund 1.000 Euro jährlich beziehungsweise rund zehn Prozent ihrer Einkommensteuerschuld entlastet. Dabei würde die relative Entlastung umso stärker ausfallen, je geringer das Einkommen ist.
Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 12.05.2026